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'TUBI' Universität Luzern


Städtebau
Der Verkehrsfluss der Autobahn ergiesst sich parallel zur Reuss in die Stadt Luzern, wie ein zweiter, künstlicher Strom. Der Neubau der Universität markiert das Ende dieser parallelen Dynamik und inszeniert die Ankunft in der Stadt.

Ansicht Reuss

Rohrgeflecht


Die Beziehung zwischen den beiden Strömen verdichtet sich an diesem Ort zu einem künstlichen Organismus, welcher einerseits an die Formensprache der Tunnelröhren anknüpft und sich andererseits auf die wilden Strömungen der Reuss und auf die jahreszeitlichen Wechsel ihres Wasserstandes bezieht.
Die neue Universität versteht sich als Teil der Öffentlichkeit: Der Neubau ist mit seinen beidseitigen Zugängen darauf ausgelegt die oft verdeckten und manchmal verschlungenen Bewegungsspuren der Menschen in der Stadt an diesem Ort zu bündeln und sichtbar zu machen und zu Raum und Skulptur zu verdichten.


Universität
Die Bibliothek ist das Gedächtnis dieses Organismus: in ihr samelt sich das Wissen. Die Fakultäten sind sein Gehirn: hier wird das gesammelte Wissen erforscht und neues Wissen wird geschaffen. Die Auditorien schliesslich bilden das pumpende Herz der Universität. All diese Stränge flechten sich auf dem schmalen Landstreifen zwischen Verkehrsstrom und Fluss als langgestreckte Röhren ineinander.

Modellaufnahme


Zwischen den Röhren entsteht ein Raum voller überraschender Lichteffekte, Terrassen und Ausblicke auf Fluss und Autobahn. Dieser Raum enthält einerseits die öffentlichen Foyers, wird aber auch zum Bestandteil der Flussuferpromenade und unterstreicht so den öffentlichen Charakter des Universität.



Jede Fakultät besitzt einen eigenen Strang, der direkt im Foyer beginnt und sich mit einer Steigung von 6% in die Höhe entwickelt. Die Arbeitsbereiche der Fakultäten sind wie Podeste in die fliessenden Raumstränge eingesetzt und werden vom auf- und absteigenden Gang durch eine Korpusschicht abgetrennt. Zu jeder Abteilung gehört ein solches Podest, wobei die Grösse der Podeste jederzeit neuen Bedürfnissen angepasst werden kann. Im Stehen kann man so die Abtreppungen aller Abteilungsbereiche überblicken, währenddem man im Sitzen hinter den Korpussen die zum Denken notwendige Ruhe findet. So entsteht eine Raumstruktur welche weniger die akademischen Hierarchien sondern vielmehr die gemeinsame Arbeit von Professoren, Assistenten und Studenten verkörpert.

Schnittfolge

Luftaufnahme vom Gütsch


Die Universität ist nicht 'fertig gebaut', sondern lebt davon, dass sie weiter wachsen kann: Eine Erweiterung ist möglich durch Implantation eines neuen Stranges in den künstlichen Organismus. Dies führt zu lokalen Verschiebungen in der Aufteilung der Fakultäten und des Kernbereiches, welche von der vorgeschlagenen, flexiblen Raumstruktur problemlos aufgenommen werden können.

Credits