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'Finger' DiAx-Tower – Andreasstrasse, Zürich-Oerlikon


Städtebauliche Ausgangslage
Das Gebiet rund um Hallenstadion und Messe Oerlikon zeichnet sich im Gegensatz zu innerstädtischen Bereichen durch Heterogenität aus. Grossmasstäbliche Einzelbauten wechseln mit Fragmenten suburbanen Wohnens und werden durch den aufkeimenden Dienstleistungssektor mit neueren Bürogebäuden verschiedenster Stilrichtungen ergänzt. Dieses Nebeneinander ist Ausdruck eines weitgehend "privatisierten Städtebaus" und gleicht einem zellularen Aufbau, dessen Einzelteile nur bedingt Beziehungen miteinander eingehen. Der Workshop Andreasstrasse birgt Chancen in zweierlei Hinsicht, den urbanen Raum für die Öffentlichkeit (wieder) nutzbar (urbar) zu machen:
Eine aufgewertete Andreasstrasse kann als vernetzendes Element Bindungen zwischen den "Zellen" (der "Zellstruktur") herstellen.
Eine markante Bebauung an der Kreuzung Binzmühle-/Thurgauerstrasse kann in Kombination mit einem öffentlichen Platz, der Anbindung an die neue Stadtbahn und einer Massierung von Funktionen zu einer "Landmark" werden, d.h. zu einem Punkt erhöhter urbaner Dichte. Eine prägnante "Skyline" bleibt im Gedächtnis haften und ermöglicht die Orientierung im urbanen Konglomerat.


Situationsplan


Bebauungsvorschlag und Platz diAx-Tower
Der städtebauliche Ansatz bezieht sich auf das im Leutschenbach vorherrschende "Zellprinzip" und versucht mit einer gesamtheitlichen Bebauung einen Gewinn sowohl für die Öffentlichkeit als auch für die privaten Grundeigentümer zu erzielen. Der diAx-Tower wird mit zwei weiteren Gebäuden, die sich turmartig in die Höhe entwickeln, adäquat ergänzt. Die erhöhte Ausnützung bis 350% erfordert dabei eine sorgfältige Proportionierung der Baukuben und die Überprüfung der Verhältnisse zum Aussenraum, z.B. mit Hilfe des Gestaltungsplanes.
Das insulare Bebauungskonzept umschliesst einen klar definierten Binnenbereich und verdeutlicht die vorhandenen, unterschiedlichen Charaktermerkmale an seinen vier Aussenseiten.


Platz
Der von den drei Baukörpern umschlossene Platz ist als ruhiger Binnenraum vorgesehen, der aber durch die verschiedenen publikumsorientierten Nutzungen, z.B. Restaurants und Cafés in den Erdgeschossen belebt wird. Bei allen drei Gebäuden werden Durchgänge vorgeschlagen welche neben den offenen Platzzugängen eine zusätzliche Durchlässigkeit zwischen Innen und Aussen bewirken. Der Bodenbelag besteht aus mobilen Holzelementen, die im Bereich der Feuerwehrzufahrt befahrbar ausgeführt sind. Drei "Aufwerfungen" auf unterschiedlicher Grösse und Höhe zonieren den Platz und beinhalten unterschiedliche Funktionen: reines Lichtband h=0.30m, beleuchtete Sitzkante h=0.45m und beleuchtete Getränkeautomatenwand h=1.50.


Beleuchtungskonzept Platzraum
Die drei den Platz umgebenden Gebäude liefern die Grundbeleuchtung durch ihre leuchtenden Fassaden (helle vertikale Flächen).
Als Ergänzung sind in den Platz eingelassene diffus strahlende Beleuchtungsbänder im Zusammenhang mit den aufgeworfenen Bodenelementen vorgesehen. Diese Leuchtskulptur ist mit energetisch hochwirksamen Leuchstoffröhren mit langer Lebensdauer bestückt. Sie dient als Orientierungshilfe beim Durchschreiten des Platzes. Wichtig sind dabei die optischen Ziele: bei den Platzöffnungen die Strassenbeleuchtung und bei den Gebäuden die spezielle Auszeichnung der Ein- und Durchgänge.


Flexibilität einer zukünftigen Bebauung
Wichtig erscheint uns die im horizontalen 'Layout' präzise Setzung der Bauten (Verhältnis Aussenraum-Gebäude) als auch die Höhenentwicklung der Gebäude, welche den Ort als Landmark auszeichnen und somit den hier ansässigen Firmen einen Imagegewinn verschaffen.
Die zwei vorgeschlagenen Baukörper sind dabei aber auf einem modularen Prinzip aufgebaut, welches hoch variabel ist und gleichwohl zu prägnanten Gebäudekörpern führt. Die vorgeschlagene volumetrische Ausbildung ist eine unter vielen Varianten, welche zu gegebenem Zeitpunkt näher untersucht wird. Die Gebäudestruktur hat einen Grundraster von 1.60m und erlaubt das flexible Einfüllen verschiedenster Funktionen, sei es ein Autohaus, ein Hotel, Büros oder gar Wohnen. ('fill-In', 'plug-in')

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