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'Yoo' Tanztheater expo.02, Yverdon-les-Bains


Das architektonische Konzept orientiert sich eng am Thema Tanz: Körper - Bewegung – Kleid.
So wie ein weites Kleid durch einen tanzenden Körper in Bewegung versetzt wird, scheint auch die Architektur in Bewegung zu sein.
Das Raumkonzept besteht aus einem inneren, tragenden Bereich mit den übereinander angeordneten Tanzstudios und einer sich aussen herum windenden Rampe in der Art fallender Hoola-Hoop-Ringe. Diese erfahren durch die Anlagerung von sekundären Funktionen wie Treppen, Bar, Lounges und Videoabspielstationen an den inneren Kern Deformationen. Die äussere, transluzente Hülle wird durch diese Deformationen definiert, sie spannt sich vom Dach bis zum Boden über die Stirnen der Rampen. Die Form des Hauses erhält so einen ephemeren, fragilen Ausdruck.

Hoo Nan Hee
tanzende Volumen


Die äussere architektonische Erscheinung des Gebäudes wird einerseits durch die beschriebene Formgenerierung bestimmt und zweitens durch die Wahl des Materials. Das Thema Kleid findet sich hier wieder in Form einer transluzenten, weichen Umhüllung, die zusammen mit den Aktivitäten im Innern eine ständig sich wechselnde Präsenz ergibt.
Am Tage zeigen sich die Besucher als tanzende, verschwommene Schatten auf der Hülle. Nachts, wenn die Vorhänge des Ballrooms geöffnet werden, tanzen einladende, farbige Lichtkegel über die Hülle.


Die Besucher betreten das Haus von der Seeseite her, indem sie 'unter die Hülle schlüpfen'. In der Eingangszone finden sie Toiletten, Garderoben und einen Infoschalter. Rechts geht es mit der Rampe an weiteren Garderobenkästchen vorbei zu einem ersten Ausstellungsteil: einer Wand aus ca. 80 aufgestapelten Occasions-TV-Monitoren über die Videos des Clipdance flimmern. Im ersten Obergeschoss erwartet die Besucher der Ballroom, wo sie tagsüber an choreografierten 'Schnuppertänzen' teilnehmen können und nachts die Disco stattfindet. Durch die Vorhänge des Ballroom hören die Besucher bereits die gedämpfte Musik des stattfindenden 'Schnuppertanzes'. Eine Bar mit Chillout-Lounge sorgt für die nötige Erfrischung und Erholung. Hinter der Barlounge steigt die Rampe weiter an, vorbei an den leuchtenden Scobalitwänden des Ballroom. Entlang diesem Weg sind punktuell Videoabspielstationen installiert, wo die Besucher gezielt einzelne Tanzvideos abrufen können.

Tanzsaal

Planebenen


Im oberen Geschoss befindet sich das Tanzlabyrinth. Dieser grosse Raum ist mit farbigen Netzen oder durchschimmernden Stoffen in einzelne Tanzkompartimente aufgeteilt. Diese Einzelboxen sind mit verschiedenen Effekten ausgestattet. Durch Bewegungsmelder an der Decke werden Licht- Ton- und andere Effekte durch die Besucher ausgelöst und die Umgebung der Tanzenden verändert sich. Die Tanzenden, wiewohl einzeln umhüllt von den Netzen, haben die Möglichkeit auf Effekte, die andere Tanzende auslösen ihrerseits zu reagieren. Am Ende dieses Tanzparcours werden die Besucher über die Treppe entweder direkt zum Ausgang oder hinunter ins erste Stockwerk zur Bar geleitet.


Die gesamte Materialisierung soll einen ephemeren Charakter ausstrahlen. Die einzelnen Materialien sind entweder textiler Art oder durchscheinend, wie z.B. bei der doppelten Scobalitwand um den Kern, die durch innenliegende Leuchtstoffröhren zu einem zwischen Gelb und Violett changierenden Leuchtkörper wird. Wo immer möglich werden aber textile Materialien verwendet, sei es bei der Aussenhaut, bei den inneren Vorhängen, bei den baldachin- oder polsterartigen Deckenverkleidungen des Ballroom und des Rampenbereichs, oder bei der textilen Netzunterteilung des Tanzlabyrinths. Die Loungebereiche werden mit Teppichen belegt.
Ausser im Technikbereich strahlt das ganze Haus Transparenz und Fragilität aus.


Credits